Ansichtssache

Niemand brauche heute mehr einen Pfarrer, so die Worte eines ebensolchen, eher einen Hausmeister, Verwalter, Sekretär, als solcher fühle er sich. Die Menschen wollten Bestätigungen, Einträge, den Pfarrsaal auf- und wieder zugesperrt bekommen, den Rasen vor der Kirche gemäht, all so etwas. Einen Priester, ja den würde man schon brauchen, für die Taufe, die Hochzeit, die Beerdigung, aber für das alltägliche Leben wäre auch dieser unwichtig. Dies aus dem Mund eines jungen, engagierten Pfarrers stimmte mich nachdenklich.

Wenn wir keinen Pfarrer brauchen, auch ohne Priester auskommen, ist dann auch die Kirche unwichtig? Viele werden zustimmen, kommen doch andere Themen in unserem Leben vor der Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft. Wozu all das? Kirchen schließen, anderweitig nutzen, Priester entlassen, Kreuze abmontieren. Es wäre auch möglich, ohne all das zu leben.

Was aber würde uns fehlen?
Die Feste in den unterschiedlichen Lebenssituationen, von der Taufe angefangen, über Hochzeit, aber auch Weihnachten und Ostern. Freilich sind diese Feiern auch jetzt oft nichts weiter, als die Unterstützung der Konsumindustrie.
Der Pfarrer als Autorität, als jemand, dem man nachgehen kann, der da ist, einfach, weil es schon immer so war, und Altbewährtes oft einfach ein Stück Beständigkeit ausstrahlt. Freilich gibt es auch hier schwarze Schafe und nicht jedem Kirchenmann möchte man nachgehen.
Und ganz am Ende dann der Tod, die Beerdigung, Gebete, Grab und Kreuz. Trost für Hinterbliebene, Hoffnung für Sterbende, darauf, dass es doch noch etwas gibt, das es noch nicht alles war. Oder aber das Leben ist einfach zu Ende, ausgeknipst, wie die Wohnzimmerlampe.

Ansichtssache eben!
bonanzaMARGOT - 26. Aug, 15:11

Mir würde nichts fehlen. Aber als Paradebeispiel für die Geldgeilheit, die Heuchelei und die Dämlichkeit sollte die Kirche weiterhin als Mahnmal bestehen.

Nachdenkliche - 26. Aug, 16:36

Ist es wirklich so einfach? Wenn man die Priester/Pfarrer nicht braucht ist auch die Kirche als Institution unwichtig. Schließt das dann den Glaube und Religion ein? Wie funktioniert aber letzteres ohne jemanden, der uns den Weg zeigt.

Die Kirche als Mahnmal - ja, aber auch so manches weltliche Machtzentrum ist als solches zu betrachten.
bonanzaMARGOT - 26. Aug, 17:32

die kirche ist nicht schlechter als die übrige welt - sie gehört offenbar zur welt.
mich stört, dass die kirrche und deren vertreter so tun, als wären sie was besseres - und sie berufen sich dabei auf gott... ich finde dies sehr heuchlerisch.
gute menschen braucht die welt eine menge, nicht nur priester - aber wegen mir auch priester. ich beurteile einen menschen niemals nach seinem glauben.
widder49 - 12. Sep, 14:37

Mich würde

interessieren, was diejenigen, die keinen Pfarrer brauchen, auf die kirchlichen Feiertage verzichten müssen, die dann in ganz normale Arbeitstage umgewandelt werden könnten. :-)
LG

Nachdenkliche - 13. Sep, 15:31

Würde man..

die Feiertage in normale Arbeitstage umwandeln ... was sie ja jetzt schon für viele Berufsgruppen sind... so wäre es ganz sicherlich zum Nachteil für alle. Jene, die im Glauben verwurzelt sind, müssten "Urlaub" oder sonstwie frei nehmen, um ihren Glauben leben zu können. Die, denen Familie wichtig ist, könnten nur mehr schwer gemeinsame Zeit finden. Und zu guter Letzt natürlich die Wirtschaft, und damit wir alle, die an Weihnachtsrummel, Ostereiern oder schlicht und einfach am Ausflugsverkehr ihr Geld verdienen.

Aber ja, es interessiert auch mich, wie all jene, die der Kirche nicht viel abgewinnen können, mit diesem Thema umgehen.

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