Ein Leben 9

Sara hat die Leitung für ein Sozialprojekt.
Nur ein kleines, und das nicht ausschließlich aus Nächstenliebe, wenn auch zu einem großen Teil.
Das Projekt wird für eine Abschlussarbeit gefordert. Mit Marketing oder Eventplanung soll es zu tun haben. Wenn man schon seine karge Freizeit opfert, dann wenigstens um damit Menschen eine Freude zu machen. So der Vorsatz.
So weit, so gut. Vier Damen haben sich also zusammengefunden, wovon eine eher gelangweilt, die andere desinteressiert - nach dem Motto "Hauptsache erledigt", die dritte gut motiviert, aber orientierungslos und Sara - von Natur aus Einzelkämpfer, beruflich zwar als Führungskraft, aber Privat - nun ja.
Die besten Voraussetzungen also, um ein rundum gelungenes und wohldurchdachtes Projekt auf die Beine zu stellen. Irgendwie, nachdem anfangs nicht vorangegangen war, rutschte Sara in die Rolle der Projektleitung hinein. Zuerst unbewusst, beruflich entsprechend vorbelastet, später wurden die Fronten geklärt, und sie war offiziell "Chef". Ab diesem Zeitpunkt aber lag nicht die Arbeitsverteilung bei ihr, sondern die Arbeit selbst. Die Kollegen hatten auf einmal keine Zeit, Abgabe- und Besprechungstermin wurden versäumt, aufgetragene Arbeiten nur mittelmäßig erledigt. Für Sara, die ein bisschen pingelig sein konnte und zum Perfektionismus neigt, der wahre Alptraum.
Die Strategien, die im Beruf funktionieren - Motivation durch Lob, Vorbild sein - lassen sich auf einmal in diesem Bereich nicht mehr anwenden.

Irgendwann wird es vorbei sein... das Projekt! Kinderaugen werden leuchten, weil der geplante Ausflug ihnen Freude gemacht hat, Sponsoren und Spender werden ihre Geldbörsen geleert haben, weil sie das Ganze finanziert haben und die Frau Professor wird sagen: "Sehr gut, setzen". Hoffentlich!

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