...trotzdem Ja zum Leben sagen, Viktor E. Frankl

Viktor E. Frankl`s Buch ist kein Tatsachenbericht über die Vorgänge in einem Konzentrationslager. Der Autor schildert seine Erlebnisse und erklärt diese als Psychologe. Anhand von konkreten Ereignissen ergründet er die menschlichen Handlungen sowohl von Kameraden, den "Capos", wie die Blockältesten genannt werden, aber auch von SS- Männern.

Das Buch spannt einen nüchternen Bogen beginnend bei der Aufnahme im Lager, über den Alltag im KZ, bis hin zur Befreiung. Es erzählt vom Galgenhumor der Inhaftierten, setzt sich mit Suizid auseinander und bemerkt: "Wenn Leben überhaupt einen Sinn hat, dann muß auch Leiden einen Sinn haben." (S. 109 f.) Frankl verdeutlicht, dass Menschlichkeit nicht von der sozialen Stellung abhängig ist, sondern vielmehr auf dem Charakter und der Lebenseinstellung des Einzelnen beruht.
Seelische Grausamkeiten, wie Hohn und Haß wiegen schwerer als körperlicher Schmerz. Mit dieser Feststellung beschreibt Frankl die unter den Kameraden, aber auch dem Wachpersonal herrschende Gleichgültigkeit. Nächtliche Träume werden als das Paradies wahrgenommen. Heiße Bäder, Essen in Hülle und Fülle sind die Wunschvorstellungen, die die Menschen am Leben halten. Das alltägliche Gespräch dreht sich um Leben und Überleben, Politik und Kultur geraten zur Nebensache, Religion gewinnt Bedeutung.
Frankl betont, wie wichtig es ist, trotz des Elends den Sinn im Leben nicht zu verlieren. Diesen Sinn zu verlieren, würde heißen, sich selbst aufgeben und Selbstaufgabe führte oft genug in den Tod.
..." es kommt nicht uns nimmer darauf an, was wir vom Leben noch zu erwarten haben, vielmehr lediglich darauf: was das Leben von uns erwartet?" (S. 124/125)
Die lang ersehnte Befreiung konnte anfangs nicht das Glücksgefühl bringen, dass sich die Menschen erhofften. Die Freiheit wurde wie im Traum erlebt.


Synchronisation in Birkenwald
Das Theaterstück spiegelt die Gedanken Frankls aus dem KZ wider.
Die Philosophen Spinoza, Kant und Sokrates machen deutlich, was das Buch vermitteln soll. Die Menschen müssen an sich selbst glauben und den Sinn im Leben und Leiden suchen.

"Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie" (Nietzsche) Mit diesem Satz, der wiederholt im Buch zitiert wird, beschreibt die Essenz des Buches. Er ist auch auf unser alltägliches Leben anzuwenden.

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