Bücher

Sonntag, 1. Februar 2015

11 Minuten, Paulo Coelho

"Ich gehe durch die Straßen, schaue die Leute an, um zu sehen, ob sie ein Leben führen, das sie selbst gewählt haben.
Oder ob sie das Schicksal gewähren lassen. Eine Hausfrau, die davon träumt, Model zu werden, ein Bankangestellter, der eigentlich Musiker werden wollte, ein Zahnarzt, der heimlich ein Buch schreibt...."

"Bei der Suche nach dem Glück ergeht es uns allen gleich - der Hausfrau/Model, dem Angestellter/Musiker ebenso wie dem Zahnarzt/Schriftsteller. - Keiner von uns ist glücklich"(S. 64)

Maria, auf der Suche nach dem Glück, dass sie sich in der wahren Liebe erhofft...
Ein Buch, dass mich gefunden hat!

Freitag, 2. Januar 2015

Shades of Grey, Erika Leonard James

Die junge und in Liebesangelegenheit unerfahrene Anastasia lernt den reichen und in allen Lebensbereichen dominanten Christian kennen. Die anfänglich auf rein körperlich stattfindende Beziehung wandelt sich sehr schnell in Liebe zwischen beiden. Durch die Hilfe Anastasias Natürlichkeit und Liebe zu ihm, bewältigt Christian das Trauma seiner Kindheit.

Mein Urteil: Oberflächlich gesehen, leicht zu lesende Lektüre. Beim genaueren Hinsehen ein Roman über die Tiefen der menschlichen Seele, ergänzt durch einige erotischen Szenen aus dem BDSM Bereich.
Ich bin gespannt auf den Film....

Donnerstag, 1. Januar 2015

Bitte nicht die letzte Ölung, Arno Wiedergut

Arno Wiedergut sammelt in seinem Buch lustige und wahre Geschichten über Pfarrer, Bischöfe, Päpste, Mönche, Ministranten und Mesner. Er vervollständigt die jeweiligen Kapitel mit Hintergrundinformation zu Gottesdienstablauf, Fastenregeln und vielem mehr.

Mein Urteil: Unterhaltsame und kurzweilige Lektüre, regional auf Kärnten bezogen, aber auch mit Anekdoten über Dompfarrer Toni Faber und so manchen Papst höchstpersönlich.
Für Interessierte auf jeden Fall lesenswert.

Die sieben Plurale von Rhabarber

Ein Buch des Bachmann Preisträgers 2014:

"Das Leben besteht zur Hälfte aus Unordnung. Damit diese Hälfte nicht allzu groß wird, muss der Mensch ab und an Ordnung schaffen. Listen machen. Numerieren, sortieren, abheften,... Listenmolch Tex Rubinowitz versammelt die wichtigsten Raster, Rankings und Hitparaden - zum Nutzen der Leser...." (Klappentext)

Ein Urteil über das Buch muss sich der geneigte Leser selbst bilden, ich bin dazu überfragt,...

Das Schicksal ist ein mieser Verräter, John Green

John Green beschreibt mit einfühlsamen Worten das Leben, Lieben und Leiden zweier Teenager, die unheilbar an Krebs erkrankt sind. Er erzählt ihre kurze, tragische endende Liebesgeschichte, die den beiden eine Oase des Glücks verschaffen....

Mein Urteil: Ein Jugendbuch, dass auch Erwachsene zu Tränen rührt und Einblicke in ein Leben verschafft, das so anders ist, als die "Normalität". Auf jeden Fall lesenswert!

Sonntag, 20. Juli 2014

Der Mensch kann nicht fliegen, Egyd Gstättner

Vor mehr als 100 Jahren erschießt sich Carlo Michelstädter. Egyd Gstättner skizziert das Leben des jungen Schriftstellers und Künstlers, der sich nur schwer in der Realität zurechtfindet.

„Keine Angst vor morgen mehr, und keine Angst vor heute. Das ist gut. Das ist Freiheit. Grauenhafte Freiheit, aber Freiheit“. (Seite 195) Danach sehnt sich Carlo in seinem Leben. Zuerst studiert er Mathematik in Wien, später Literaturwissenschaften und Philosophie in Florenz. Finanziell unterstützt von seiner Familie, kann er sich voll auf sein Studium konzentrieren.
Je mehr er sich aber mit der Philosophie und der Literatur beschäftigt, umso weniger versteht er die Menschen und das Leben selbst.
Carlo leidet darunter, dass er es zu nichts bringen würde. Er schreibt und zeichnet, aber alle Zeitungen und Verlage lehnen seine Werke ab. Er wird nicht gehört. Selbst von seiner Familie fühlt er sich unterverstanden. Vor allem seine Mutter, die „unfehlbar“ über allem thront und für die „der Superlativ eigens erfunden worden sei“ (Seite 126), brüstet sich zwar gerne mit ihrem studierenden Sohn, kann und will sich aber auch nicht mit dem Seelenleben ihres Sohnes beschäftigen.
Wie jedes Jahr erwartet sie sich als Lohn für ihre Mutterpflichten einen Geburtstagsbrief unter ihrem Kopfpolster. Doch in diesem Jahr bleibt dieser Brief aus, weil es für Carlo unerträglich peinlich ist, in seinem Alter diesen Brief zu verfassen. Er malt ihr ein Bild mit dem Titel „Weißes Licht!“. Ein Bild von Hoffnung und Neubeginn. Doch es bleibt unbeachtet. Emma Michelstädter beschimpft ihn aufs Übelste.
Bereits vorher hat sich Carlo vorgestellt, wie es wäre, die alles bestimmende Mutter zu ermorden, kommt jedoch zu dem Schluss, dass es für sie die schlimmere Strafe wäre, wenn er sich umbringen würde. Seinem Bruder Gino gleich, der sich ein knappes Jahr davor im entfernten Amerika das Leben genommen hat, erschießt sich Carlo am Geburtstag seiner Mutter.

Egyd Gstättner lebt als freier Schriftsteller in Kärnten und erhielt für "Der Mensch kann nicht fliegen" 2009 den Otto Stoessl Preis.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Die Schriften des Waldschulmeisters, Peter Rosegger

Peter Rosegger erzählt die Geschichte des Andreas Erdmann, der, von Krieg gezeichnet, dem Leben entflieht und in einem abgelegenes Tal in den Bergen lebt.

Der junge Andreas kann nur durch viel Glück die Schule besuchen, lehnt sich aber gegen das System auf und fällt auf Grund dessen durch die Prüfung. Er heuert bei Andreas Hofer an, zieht für ihn in den Krieg und wird dort gefangengenommen. Bei einer Schlacht tötet er seinen besten Freund Heinrich. Dies führt dazu, dass Erdmann sich von der Welt abwendet und in der Abgeschiedenheit in den abgeschiedenen Wäldern ein neues Leben beginnt.
Eigentlich als Lehrer eingestellt, soll er für den Grundherrn die Bevölkerung zivilisieren. Er gewinnt nach und nach das Vertrauen der Menschen, errichtet eine Kirche, später eine Schule und einen Friedhof. Erdmann ist ein angesehener Mann im Dorf. Die Jahre vergehen, und eine neue Generation wächst heran. Die Traditionen scheinen auf einmal nicht mehr wichtig, die Zeit verändert sich, die moderne Welt hält Einzug.
Erdmann selbst wird immer einsamer, seine Freunde sind alt geworden und sterben nacheinander. Trost findet er in seinen Bergwanderungen. Einmal möchte er das Meer sehen, so sein Wunsch. Dies wäre nur an kalten Wintertagen vom Grauen Zahn aus möglich. So steigt er am Christtag 1864 auf den Berg, erblickt am Horizont einen Streifen silbergrau glänzendes Meer. Daraufhin erblindet er und erfriert einsam.

Mit gefühlvollen Worten erzählt Peter Rosegger eine zum Teil autobiographische Geschichte. Sehr berührend dabei erscheinen mir die Stellen, in denen die Wichtigkeit einer Kirche im Dorf beschrieben wird. Der Glaube, wie es scheint, versammelt die Menschen und formt sie zu einer Gemeinschaft.

...trotzdem Ja zum Leben sagen, Viktor E. Frankl

Viktor E. Frankl`s Buch ist kein Tatsachenbericht über die Vorgänge in einem Konzentrationslager. Der Autor schildert seine Erlebnisse und erklärt diese als Psychologe. Anhand von konkreten Ereignissen ergründet er die menschlichen Handlungen sowohl von Kameraden, den "Capos", wie die Blockältesten genannt werden, aber auch von SS- Männern.

Das Buch spannt einen nüchternen Bogen beginnend bei der Aufnahme im Lager, über den Alltag im KZ, bis hin zur Befreiung. Es erzählt vom Galgenhumor der Inhaftierten, setzt sich mit Suizid auseinander und bemerkt: "Wenn Leben überhaupt einen Sinn hat, dann muß auch Leiden einen Sinn haben." (S. 109 f.) Frankl verdeutlicht, dass Menschlichkeit nicht von der sozialen Stellung abhängig ist, sondern vielmehr auf dem Charakter und der Lebenseinstellung des Einzelnen beruht.
Seelische Grausamkeiten, wie Hohn und Haß wiegen schwerer als körperlicher Schmerz. Mit dieser Feststellung beschreibt Frankl die unter den Kameraden, aber auch dem Wachpersonal herrschende Gleichgültigkeit. Nächtliche Träume werden als das Paradies wahrgenommen. Heiße Bäder, Essen in Hülle und Fülle sind die Wunschvorstellungen, die die Menschen am Leben halten. Das alltägliche Gespräch dreht sich um Leben und Überleben, Politik und Kultur geraten zur Nebensache, Religion gewinnt Bedeutung.
Frankl betont, wie wichtig es ist, trotz des Elends den Sinn im Leben nicht zu verlieren. Diesen Sinn zu verlieren, würde heißen, sich selbst aufgeben und Selbstaufgabe führte oft genug in den Tod.
..." es kommt nicht uns nimmer darauf an, was wir vom Leben noch zu erwarten haben, vielmehr lediglich darauf: was das Leben von uns erwartet?" (S. 124/125)
Die lang ersehnte Befreiung konnte anfangs nicht das Glücksgefühl bringen, dass sich die Menschen erhofften. Die Freiheit wurde wie im Traum erlebt.


Synchronisation in Birkenwald
Das Theaterstück spiegelt die Gedanken Frankls aus dem KZ wider.
Die Philosophen Spinoza, Kant und Sokrates machen deutlich, was das Buch vermitteln soll. Die Menschen müssen an sich selbst glauben und den Sinn im Leben und Leiden suchen.

"Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie" (Nietzsche) Mit diesem Satz, der wiederholt im Buch zitiert wird, beschreibt die Essenz des Buches. Er ist auch auf unser alltägliches Leben anzuwenden.

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Mein Lesestoff

Joseph Roth
Hiob

Peter Deibler
Das fünfzigste Jahr

Egyd Gstättner
Der Mensch kann nicht fliegen


Susanne Scholl
Emma schweigt


Hanns-Josef Ortheil
Die Erfindung des Lebens


Maja Haderlap
Engel des Vergessens




Daniel Glattauer
Ewig Dein


Daniel Glattauer
Alle sieben Wellen


Thomas Glavinic
Wie man leben soll


Alice Munro
Himmel und Hölle




Peter Rosegger
Mein Himmelreich


Bertha Suttner
Die Waffen nieder!

Peter Weiss
Die Ermittlung

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