Mittwoch, 24. November 2021

"Füchse haben ihre Höhlen und Vögel ihre Nester" Roman von P. Deibler

Peter Deiblers erinnert ein bisschen an Familienfilme a la "Ice Age". Vater, Mutter und Kinder lachen an jeweils unterschiedlichen Stellen und am Ende haben alle ihre Freude daran gehabt. Hier ist es ähnlich. Jene, die sich für das Leben und Forschen Viktor Schaubergers interessieren und solche, die wissen wollen, was einen Pfarrer umtreibt, wenn er nicht gerade Gottesdienste feiert. Krimifans, Romantiker und Naturbegeisterte – auch für sie hält der Roman etwas bereit.
Die beiden Hauptfiguren des Romas, Viktor Schauberger und Sorger, der nach dessen Spuren sucht und seine Forschungen verstehen möchte, haben einiges gemeinsam. Die Beharrlichkeit mit der sie Ziele verfolgen, für eine Sache einstehen - sich nur ihr widmen und nichts anderem, reden und nicht gehört werden, herber Kritik ausgesetzt sind, deren Samen auf vermeintlichen Asphalt fällt - Naturliebhaber, Waldmenschen - rastlos und ruhelos wechseln sie die Orte, der eine durch die äußeren Umstände gezwungen, der andere durch innere. Man möchte beiden manchmal zurufen: Vorsicht Falle! und ein anderes Mal mit ihnen leiden. Man möchte Schau-berger fragen, warum er so wenig auf seine erste Intuition vertraute und sich einlullen ließ in dieses verhängnisvolle Rendezvous mit den Amerikanern. Man möchte mit Sorger trauern um diese Frau, die ihn so fasziniert und dann verschwindet.
Aufgelockert und zugleich spannend erzählt, mit einem Funken Humor durchzogen, verknüpft der Roman Autobiographisches mit Fiktivem und sorgt so für manche unterhaltsame und kurzweilige Lesestunde. Gefühlvoll, detailverliebt und beinahe poetisch wirken dabei die Na-turbeschreibungen. Akribisch zusammengetragen zeichnen die Berichte über Schaubergers Forschungen ein lebendiges Bild des 1958 verstorbenen Försters aus dem Böhmerwald. Sor-ger ist der traurige Held der Geschichte. Er forscht und sucht und kämpft - und gibt sich am Ende geschlagen gibt. Oder doch nicht?

Deibler, Peter: Füchse haben ihre Höhlen und Vögel ihre Nester; Verlag Mohorjeva Hermagoras, Klagenfurt 2019; 230 S., 23,90 €

Montag, 8. November 2021

Klänge der Gegenwart

Yannou Pinu
Hör rein!

//www.yannoupinu.com/

Sonntag, 7. November 2021

Sehnsucht

Erkannt und gesehen werden - nicht als Funktionsträger
sondern als Mensch, als einzigartiger, mit Stärken und auch Schwächen
ohne etwas verstecken zu müssen, ohne nach Rechtfertigung suchen müssen
einfach Sein, einfach Dasein, einfach Ich-Sein
Ist das nicht eine Sehnsucht, die in jedem von uns schlummert?
Vielleicht ist sie tief verborgen und vergraben.... aber sie ist da!

Wer beantwortet sie? Worauf richtet sie sich? Von wem erhofft sie sich Erfüllung?

Freitag, 23. Oktober 2020

Das traurige Schicksal einer jungen Familie

Die Ratte hatte getan, was ihrer Natur entsprach. Futter suchen, sich fortpflanzen, ihren Nachwuchs versorgen.
Futter zu suchen in einer Wohnung, die im Moment zwar unbewohnt, aber dennoch mit allem, was der Mensch so braucht, ausgestattet ist, ist keine gute Idee. Dort ein Nest zu bauen, noch viel weniger.

Und so war es das traurige Ende der Rattenfamilie, die sich für wenige Wochen im Paradies gewähnt haben musste.

Sonntag, 14. Juli 2019

Routine

Es war einer der üblichen Sonntagvormittage. Gottesdienst um 10:00. Schon um 8:30 beginnen die Vorbereitungen, Sessel werden geschoben und Tische gedeckt für das anschließende Pfarrcafe, Kelch und Schale gerichtet, Bücher aufgeschlagen. Die Organistin spielt sich ein, die Blumenfee umsorgt die Dekoration vor dem Altar. Die Kantorin kommt pünktlich, die Lektorinnen knapp vorher. Viele bekannte Gesichter betreten die Kirche, grüßen fröhlich, manche erzählen von den Ereignissen der Woche. Es wird gelacht und geplaudert. Alles wie immer.
Fast.
Ein Sommervertretung für den eigenen Pfarrer ist vorgesehen. Fünf Minuten vor Beginn - keine Spur von ihm. Etwas unruhig wäge ich bereits Alternativen ab - Wortgottesdienst / Andacht / Absage...
Zwei Minuten vor Beginn - ein Auto fährt vor, ein Mann steigt aus, geht raschen Schrittes auf das Kirchengebäude zu. Sie sind der Priester? meine Frage. Ja. seine Antwort. Herzlich willkommen, bitte folgen Sie mir. Auf dem Weg zur Sakristei den Ablauf besprochen - eine kurze Ungereimtheit, ob eine oder zwei Lesungen stattfinden werden, ankleiden - 10:01. Wir können fast pünktlich beginnen.
Und so wurde Bartholomäus, der Aushilfspriesters- von den Insidern durch die Messe geleitet, die ihrerseits auf seine Gewohnheiten achteten.
Es war ein Geben und Nehmen - ein Schwingen von einem zum anderen - ein harmonisches Miteinander, bei dem nicht mehr zu erkennen war, dass Bartholomäus diese Kirche und ihre Mitarbeiter noch nie zuvor gesehen hatte.
Er freue sich auf ein Wiedersehen, sagte er beim Abschied.

Sicherheit

Nebenbei und doch direkt hatte sie es gesagt:
Ich fühle mich sicher, wenn du neben mir stehst.

Ich wurde tief beschenkt durch diesen Satz.

Vor einiger Zeit bereits hatte ein Anderer gesagt: Mit dir hab ich keine Angst.
Damals hab ich nicht weiter darauf geachtet, heute fällt mir diese Begebenheit wieder ein. Wir waren unterwegs in einem Wald, daneben ein Fluss. Immer tiefer ging es ins Gebüsch. Wie lange wollen wir noch gehen - meine Frage. Bis zum Ende - die Antwort. Es dämmerte schon, als wir die Flussmündung erreichten, auf einem der letzten Steine stehend, das Wasser rauschend, schweigend. Noch ein langer Rückweg - diesmal in der Dunkelheit - vor uns. Die Sterne funkelten bereits, als wir das Auto erreichten.
Den Unterschied zwischen Stern und Planet habe ich kennengelernt und auch den Unterschied zwischen Zeit und Ewigkeit.
Auch damals war ich beschenkt - nicht von dem Satz, der mir erst heute wieder ins Bewusstsein gerückt ist - sondern von der Begegnung und der Ewigkeit, die darin lag.

Samstag, 1. Juni 2019

Von der Unvernunft des Glaubens

Es mag unvernünftig sein, an Gott zu glauben.

Was weiß man schon von ihm? Von diesem Hirngespinst älterer Damen, von dieser Projektion der menschlichen Einbildungskraft, vom Rettungsanker für jene, die es gerade notwendig haben? Verurteilt wird er, weil er die Welt im Stich lässt, dass er die Not nicht lindert, Krankheiten nicht wegzaubert, Kriege nicht verhindert. Für alles, was nicht funktioniert, machen wir ihn verantwortlich.
An so jemand zu glauben, kann augenscheinlich nur unvernünftig sein, fast fahrlässig und gefährlich.

Und trotzdem - ich glaube an diesen einen Gott, den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, den Vater - ich glaube an Jesus Christus, und ich glaube daran, dass der Geist Gottes die Menschen durch die Zeit begleitet.

Man mag mich verrückt nennen - glauben Sie mir, ich halte das aus!

Sonntag, 26. Mai 2019

Vom Nutzen des Glaubens

"Wofür brauchen die meisten Menschen den Glauben? Das ist die Kernfrage die sie sich stellen - es sollte aber die Frage sein:

Wem nützt es, wenn Menschen glauben?"

Diese Stellungnahme hinterließ ein Leser auf meinem Blog, als ich meine ersten Gehversuche im Glauben beschrieben habe.

Tatsächlich stellt man diese Frage bei vielem in unserer Lebenswelt. Funktion und Nutzen bestimmen unser Weltbild. Brauchen, gebrauchen, verbrauchen... ist alles, was nicht brauchbar ist, dann nutzlos?

Ist nun Glaube brauchbar, nützlich? Ist Liebe brauchbar? Oder Haß? Sind Gefühle insgesamt brauchbar - man könnte doch meinen, sie wären es nicht, denn sie stören das Zusammenleben. Wer sich schon einmal auf den ersten Blick verliebt hat, kann möglicherweise nachempfinden, dass dieses Ereignis das normale Leben auf den Kopf stellt und der Mensch selbst für einige Zeit "unbrauchbar" - weil mit anderem beschäftigt - wird.

Man könnte nun weiterfragen, ob den Glaube mit Liebe gleichzusetzen sei und ob denn dann Glaube in die Gefühlswelt einordenbar wäre.
Glaube bedeutet für mich zuallerst Vertrauen. Und dieses Vertrauen richtet sich auf etwas, dass außerhalb des begrifflich Fassbaren liegt. Auch die Liebe ist Vertrauen. Vertrauen in eine Person oder in mehrere in unterschiedlichen Facetten.
Also ist Glaube und Liebe gleichzusetzen, beides in die Gefühlwelt einordenbar - nicht nützlich oder brauchbar, nicht immer schön und einfach, oft auch schmerzhaft und kompliziert - aber es gehört zum Leben einfach dazu.

Glaube nützt nicht, Glaube ist. Glaube stellt nicht den Anspruch, nützlich zu sein. Menschen stellen den Anspruch, dass etwas brauchbar sein soll, was sie tun.
Glaube kann aber nicht für sich allein stehen. Dem Glauben müssen Taten folgen. Wenn ich mich in einen Menschen verliebe, werde ich alles tun, um ihm zu gefallen. Wenn ich an Gott glaube, werde ich mich bemühen, so zu leben, dass ich seinen Richtlinien gerecht werde. Diese Haltung muss sich dann im Leben der glaubenden Menschen niederschlagen. Beispielsweise wird
der glaubende Mensch für seine Mitmenschen jemand sein, der ihm über schwierige Phasen hinweghilft, er wird Hoffnung geben können - weil er selbst Hoffnung in sich trägt. Trost, Hoffnung, Liebe - genau das ist es, was Menschen in Grenzsituationen helfen kann. Nichtglaubende Menschen können das natürlich auch leisten. Aber glaubende Menschen tun das aus einem anderen Selbstverständnis.

Um die Frage zu beantworten: Ja, Glaube nützt den Menschen - und zwar allen. Merklich wird es aber paradoxerweise erst, wenn sie selbst den Glauben brauchen.

Im Gleichklang der Herzen

schweben wir durch die Welt.
Den jeweils Anderen bemerkend, bevor er da ist...seine Gedanken im eigenen Kopf...Blicke, die mehr sagen, als alle Worte...

Dienstag, 14. Mai 2019

Über den Wolken

auf etwas vertrauen
auf jemand vertrauen
an etwas glauben
an jemand glauben
nur eine Ahnung zu haben vom Ziel
keinen Einfluss zu haben auf dem Weg dorthin
sich mitnehmen lassen auf eine Reise
und dann - irgendwann - wieder den Boden unter den Füßen spüren

...fliegen!

Brücken bauen

statt Mauern errichten

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