Dienstag, 17. Januar 2023

Frei ist...

...wer geliebt wird!

Geliebt wird, um seiner selbst willen
geliebt wird als der, der er ist
geliebt wird, ohne Besitz zu sein.

Wer geliebt wird, der hat ein Nest
wer ein Nest hat, der kann fliegen
wer fliegen darf, der ist frei!

Weißt Du, dass Du geliebt bist?

Mittwoch, 30. November 2022

Was ist Freiheit?

Am Gipfel eines Berges, wenn der Blick ungehindert in die Ferne schweifen kann, über Hügel und Täler, bis hin zum Horizont, spürt man die Freiheit.
In den Seilen des Fallschirmes, wenn man durch die Luft gleitet, in Kurven, dem Boden immer näher kommend, auch dabei - Freiheit. Fliegen wie ein Vogel, beinahe schwerelos.

Ein trügerisches Gefühl, denn wann ist der Mensch frei? Wenn er tun kann, was er will? Gehen, wohin er will? Denken, was er will? Ist es überhaupt ein Gefühl? Vielleicht sogar die Gewissheit, geliebt zu sein, angenommen als Mensch, als Ganzer, ohne Wenn und Aber? Oder ist es vielmehr ein Zustand? Ein fester Stand sozusagen, ein Vogel, der weiß, wo er hingehört? Und woran würde er sich messen lassen, wenn überhaupt? An dem Umkreis, der dem Mensch zur Verfügung steht, ohne Grenzen und Mauern? An den finanziellen Mitteln, die ihm ein solches Leben ermöglichen? Sind dann alle Eingesperrten und Armen unfrei? Sieht man den Menschen ihre Freiheit an? Sieht man der Menschheit ihre Freiheit an? Und welche Auswirkungen hat meine Freiheit auf diejenige der anderen? Bin ich womöglich sogar auf Kosten der anderen frei?

Kompliziert, je mehr man darüber nachzudenken beginnt. Handlungsfreiheit, Willensfreiheit, Wahl der Möglichkeiten, Beeinflussung und Prägung, Unbedingtheit, Bedingtheit,...

Sonntag, 20. November 2022

Bogensport

Frühmorgens, Feuchtigkeit, Kälte - und doch wagen sich ein paar Unerschrockene hinaus in den nebelverhangenen Wald. Sie streifen durch das Gehölz, sprachlos, konzentriert zielend auf ihre unbewegliche Beute. Immer wieder - tack, tsch, tok - Schritte. Du hörst es, wenn der Pfeil trifft.

Faszinierend, dass sich diese Beschäftigung Sport nennt. Freilich - ein bisschen Kraft in den Oberarmen, eine gute Schultermuskulatur, Ausdauer. Das ist notwendig. Aber sonst - Ruhe, Natur, frische Luft, Bewegung.
Und lernen kann man viel dabei, nicht nur für das anstehende Turnier...
...dass nichts sicher ist, nicht mal bei einem perfekten Schussablauf.
...dass es hier nicht darauf ankommt, gute Reden vor Publikum zu halten.
...dass es hier auch nicht darauf ankommt, was die Menschen von einem denken.
...dass man sich über einen Volltreffer freuen darf, aber deshalb nicht in Siegesgewissheit verfallen soll.
...dass einem nichts passiert, allein im Wald - weder Spinnen, noch Schlangen und Kröten, sie alle sind keine Gefahr, nicht einmal Heuschrecken.
...dass wir Eindringlinge in fremde Reviere sind, geduldet - aber mehr auch nicht! ...dass wir uns entsprechend zu verhalten haben, als Gäste - nicht als Besitzer.
...dass es nichts nützt, in Gedanken schon beim nächsten Ziel zu sein, noch bevor das aktuelle erreicht ist.
...dass es nichts bringt, verfehlten Zielen und verlorenen Pfeilen nachzutrauern. Es gibt immer eine neue Chance.
...dass man quasi eins wird, mit Bogen, Pfeil, Ziel und mit dem Moment.

Immer weitergehen, nicht stehenbleiben, nicht verharren im Dunklen, immer dem Licht entgegen. Ab und zu im Moment leben und aus ihm Kraft schöpfen. Und ja nie die Hoffnung verlieren. - Ist es nicht so? Im Leben?

Freitag, 18. November 2022

"We stand with women of Iran"

Sie kämpfen für Rechte, die für uns selbstverständlich sind!
Seid solidarisch und tut, was ihr könnt, damit sie wissen: Wir stehen hinter ihnen!

https://www.womenlifefreedom.com/

...weil wir nicht schweigen dürfen, wo Unrecht geschieht!

Dienstag, 15. November 2022

Spuren zum Heiligsten

Ist das Heiligste dort zu finden, wo es vielstimmig und mit großem Aufwand besungen wird? In den Kirchen des Landes? Verborgen in goldenen Käfigen, umrandet von Prunk und Glanz? Hinter Altären, die selbst inmitten von jahreszeitlicher Dekoration und Blumen verschwinden?

Wird das Heiligste konkret im Hier und Jetzt, unter den Händen des Priesters, kraft der Worte aus alter Zeit? Und zwar genau unter seinen Händen und genau zu diesem Zeitpunkt? Glaubt man der Reaktion von Gläubigen, die einer Schale mit Oblaten, welche durch Unachtsamkeit der Mesnerin nicht unter den Händen des Priesters stand, sondern vier Meter abseits davon auf dem Gabentisch, skeptisch und beinahe ablehnend gegenüber getreten sind, muss man annehmen, dass exakt dieses Tun es ist, das einfache Mehl-Wasser-Oblaten zum Leib des Herrn, zum Heiligen überhaupt, zum heiligen Du, werden lässt.
Hokuspokus - mag einer sagen... Und doch - heiliges Ritual, durch das die Vergangenheit in der Gegenwart präsent wird. Handlung dessen, der es selbst getan und vor langer Zeit den Auftrag dazu gegeben hat. Leiblich, angreifbar, erfahrbar, jetzt, hier, heute - nicht nur geistig und verworren unter vielem anderen, einem Gedanken gleich, der verschwindet, sobald ein neuer auftaucht.

Immerhin - ein erster Anhaltspunkt, ein erster Anker.
Wer das Heiligste sucht, und nicht weiß, wo, der kann dort fündig werden. Die Mauern der alten Gebäude, die das Heiligste bergen, hüten und schützen; hinter denen Unzählige ihre Sorgen und Nöte vor Ihn gebracht haben; Hoffnung geschöpft haben, so manch einer sogar Heilung gefunden hat. Das schwache Licht der roten Kerze - es zeigt uns die Gegenwart des Heiligen Du. Achte darauf!

Vielleicht trifft der Suchende dort Menschen, die ihn anhören; vielleicht Jona, der eine ganze Stadt bewegt hat; vielleicht sogar Ihn selbst, der an seltenen Tagen aus der Mitte her strahlt und sich aussetzt, den Blicken der Neugierigen, der Fragenden und der Suchenden. Ein Bedrängter inmitten der Bedrängten. Aber einer, der unsere Wege kennt und sie selbst gegangen ist - bis zum Ende; und einer, der einen neuen Anfang gemacht hat.

Und all jenen, die mit den Kirchen und ihren irdischen Verwaltern nichts anfangen können - ja, wie ich euch verstehe! - sage ich: Lasst euch nicht abschrecken. Das Heilige gehört ihnen nicht, sie "machen" es nicht!

Samstag, 12. November 2022

Steh auf und geh!

Es sind keine Belanglosigkeiten mehr möglich, wenn du am Abgrund warst und gerade noch einmal davon gekommen bist.
Wenn du das Besondere, Wertvolle, das Heilige, für dich erkannt hast - wie kannst du da deine Zeit verschwenden und irgendetwas für wichtiger halten?

Wie kannst du, wenn du die Liebe gefühlt hast, noch Kompromisse machen? Wer liebt, teilt nicht - oder doch? Gehört sie nicht zu jenen Bereichen im Leben, die mehr werden, je öfter man sie verschenkt? Freilich - der Stachel bleibt. Aber die wahre, große Liebe - sie eifert nicht. Sie ist wie ein Bergsee. Still, tief und beständig. Quelle, aus der wir unseren Durst löschen dürfen. Ort, an dem wir Ruhe finden können. Selig, wer darum weiß.

Wenn du das Besondere erkannt hast, wenn du die Liebe gespürt hast - dann steh auf und geh! Sei dankbar! Lass das Belanglose sein! Führe keine geistlosen Gespräche! Verzettel dich nicht! Lass dich nicht aufwiegeln und verunsichern! Lass sie in dir wohnen! Geh, mit dem vor Augen, was dir Ausgang und Ziel zugleich ist!

Mittwoch, 9. November 2022

Eine zweite Chance

Unfall auf einer stark befahrenen Straße, ich kam hinter einem Betonmischer zu stehen. Der Nachkommende, er war schnell unterwegs, sehr schnell. Er dürfte spät bemerkt haben, dass ich stehe. Reifenquitschen, Rumpeln, und ein rotes Auto, das neben mir auf der Verkehrsinsel zu stehen kommt. Es war knapp, sehr knapp. Wir hatten Glück - beide. Wir sind nochmal davongekommen. Eine zweite Chance, ein zweites Leben.

Sonntag, 6. November 2022

Der Baum

Als ich näher kam, sah ich die Sonnenstrahlen und eine Lichtung, wo zuvor die Krone eines Baumes den Himmel versteckt hatte. 34 Schritte zählte ich vom Wipfel bis zur Wurzel, als ich den Stamm entlang ging. Am Ende angelangt, bemerkte ich den großen Ballen und den Krater, den er hinterlassen hatte. Aber zu meiner Verwunderung war er nicht tief, sondern man konnte den Fels sehen, auf dem er gestanden hatte. Der Baum, prächtig und groß, hat seine Aufgabe erfüllt. Er ist gewachsen, hat Tiere beherbergt und ernährt und die Menschen mit seinem Anblick erfreut. Er war Teil eines Waldes und eines Systems, das ohne den Einzelnen nicht zu sein vermag. Und nun wird mit ihm geschehen, wozu er bestimmt ist – Herberge für Insekten, Holz für ein Möbelstück, Brennmaterial für kalte Wintertage. Der Baum wird sich fügen und es mit sich geschehen lassen. Er hatte auf Fels gebaut – wäre da nicht der Wind gekommen....

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